Wer nicht die Möglichkeit hat Der Herr der Ringe: Die Eroberung gemeinsam mit menschlichen Mitstreitern zu spielen muss sich mit computergesteuerten Kämpfern zufriedengeben. Allerdings lässt die künstliche Intelligenz der Mitstreiter ein ums andere Mal zu wünschen übrig. Vor Saurons Turm muss Zwecks Fortschritt eine Maschine zerstört werden, die von Orks gut bewacht ist. Hat man sich als Krieger, Späher oder Magier einen Weg zum Objekt der Begierde gebahnt beißt man meist auch schon ins Gras. Ein heilender Magier wäre hilfreich – doch auf die Idee kommt der Computer nicht. Schlüpft man stattdessen in die Rolle des Magiers klappt aber auch das nicht: Die KI-Kämpfer halten es scheinbar nicht für nötig die Maschine zu attackieren.
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Ab und an darf der Spieler auch in Heldenrollen schlüpfen
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Der Herr der Ringe: Die Eroberung bietet insgesamt 13 Schlechtfelder, die die großen Schlachten der Film-Trilogie wiedergeben und auch den Schauplätzen der Filme nachempfunden wurden. In Helms Klamm werden die anstürmenden Orks zurückgedrängt, außerdem wird auf der Wetterspitze und in Osgiliath zur Klinge gegriffen. In acht Schlachten wird so in Kürze die Handlung des Films abgearbeitet und Gute zum verdienten Sie geführt. Wer lieber Sauron zum Sieg verhelfen möchte muss danach weiterspielen, denn die folgenden sieben Schlachten der Kampagne des dunklen Herrschers führen Sauron und seine Armeen zum Sieg.
Insgesamt macht Der Herr der Ringe: Die Eroberung einen detailarmen Eindruck – besonders was die Locations angeht. Sie sind zwar als die der Filme zu erkennen, verfügen aber über weit weniger Details. Außerdem hätten sich die Entwickler, was die Levelbegrenzungen angeht, etwas mehr Mühe geben können. In Helms Klamm etwa stürmt keine Ork Armee auf den Wall zu, stattdessen wird das Schlachtfeld vor der Mauer durch unbewegliche Orkkämpfer abgeschirmt. Anderenorts stellen weite Flächen die Begrenzungen dar, auf denen ein paar Kämpfer umherlaufen. Die Helden allerdings sehen ihren realen Ebenbildern zum Verwechseln ähnlich und sind ihnen wie aus dem Gesicht geschnitten. Auch die Animationen der Kämpfer können sich sehen lassen. Insgesamt wirkt das Actionspiel aber zu blass.
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Die Charaktere wissen durchaus zu gefallen - Hier Sauron
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Es ist deutlich spürbar, dass die Der Herr der Ringe Trilogie schon etwas zurückliegt - Nur noch wenige Sprecher stimmen mit denen der Filmvorlage überein. Zudem wird das Kampfgeschehen ständig von einer Art Kommentator begleitet, der schon während der Einführungsmission zu stören beginnt. Die bekannte Stimme des Erzählers sowie die Filmmusik sind Balsam auf die geschwundene Seele der Der Herr der Ringe Anhänger. Ansonsten bietet Der Herr der Ringe: Die Eroberung keine akustischen Höhenflüge: Die Schlacht lärmt, Gegner gehen grunzend zu Boden, Klingen schneiden sich in gegnerische Körper. Allerdings fehlt es dem Actionspiel an akustischer Ausdrucksstärke.
Böses Blut in Mittelerde! Denn was Entwickler Pandemic Studios mit Der Herr der Ringe: Die Eroberung abliefert ist nicht gerade das Gelbe vom Ei. Technisch ist das Spiel bei Weitem nicht auf dem neusten Stand, das Gameplay ist eintönig, das Balancing der Klassen ist unglücklich, außerdem spielen sich die guten oder bösen Schlachten annähernd gleich. Ebenso wie es keine Unterschiede zwischen den Klassen der Bösen und Guten gibt. Schade auch dass die Helden keine Belohnung sind, sie beißen einfach viel zu schnell in Gras. Außerdem fehlt es dem Actionspiel an dem Der Herr der Ringe Flair. Nur die bekannte Musik reicht nicht aus um Mittelerde am Monitor zum Leben zu erwecken – das Gesamtbild muss stimmen.
Drucken | review | 19.01.2009, 10:42 |
Tim Ahlert