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Burnout Paradise: The Ultimate Box


Anfänger? Nein danke!

Scheinbar ist Burnout Paradise eine Stadt ohne Staatsgewalt, denn egal wie große Unfälle und Karambolagen sind, die Polizei lässt sich nicht blicken. Dementsprechend raue Sitten herrschen in der amerikanischen Metropole. Und ebenso rau sind auch die computergesteuerten Gegner. Ohne Rücksicht auf Verluste (warum auch?) nehmen sie sich gegenseitig und den Spieler aufs Korn – ganz besonders in den Marked-Man Rennen. Schon nach wenigen Rennen zieht hier der Schwierigkeitsgrad rapide an und sorgt so für den einen oder anderen Totalschaden. Entwickler Criterion Games hätte gut daran getan Burnout Paradise: The Ultimate Box einen oder zwei weitere Schwierigkeitsgrade zu verpassen, um Neulingen das Leben ein klein wenig zu erleichtern.

 

Paradise City verfügt über eine imposante Skyline


Es hat aber auch etwas für sich zu Klump gefahren zu werden und durch die Luft zu fliegen, denn Burnout Paradise: The Ultimate Box bietet das mit Abstand schönste und realistischste Schadensmodell, das es in Rennspielen zu bestaunen gibt. Kleine Rempler werden mit Dellen, Beulen und Rissen in der Scheibe quittiert, Crashs bei hoher Geschwindigkeit deformieren den Wagen regelrecht – je nach Hindernis und Aufprallwinkel. An einem Vorsprung, einer Kante oder einer Wand wird der Wagen zusammengedrückt, ansonsten wirbelt er durch die Luft und bleibt völlig deformiert liegen. Dabei wird Dreck aufgewirbelt, Scheiben- und Lacksplitter fliegen umher. Kurze Zeit später steht der Wagen aber schon wieder auf allen vier Rädern – allerdings wäre ein Werkstattbesuch ratsam.

Gestopfte Schlaglöcher

Burnout Paradise: The Ultimate Box ist eine Portierung erster Klasse, die britischen Entwickler haben wirklich gute Arbeit geleistet. Das Rennspiel sieht auf dem PC unverschämt gut aus und setzt dabei nicht einmal einen Hochleistungsrechner voraus. Die bei vielen Portierungen auftretenden Performanceprobleme hat Criterion Games sehr gut in den Griff bekommen. Für die PC-Version wurden außerdem einige kleine Verbesserungen vorgenommen: Der Verkehr wurde etwas vermindert um die Rennen zu erleichtern, außerdem wurden einige Fehler aus der Welt geschafft. Auf der Xbox 360 hatte Burnout Paradise: The Ultimate Box immer wieder mit Soundproblemen zu kämpfen.

 

Der vierrädrigen Fantasie sind in Burnout Paradise keine Grenzen gesetzt


Mit Burnout Paradise: The Ultimate Box hat eine frei befahrbare Welt Einzug in die Action-Renner Serie gehalten – was für Verwirrung sorgen kann. Schnell rast man an einer Abzweigung vorbei oder entscheidet sich für die falsche Richtung. Die Minimap ist dabei auch keine allzu große Hilfe – die einzige Möglichkeit sich effektiv zurecht zu finden ist es, sich alle Straßen in der Stadt einzuprägen. Außerdem endet ein flüchtiger Blick auf die Minimap des Öfteren mit einem Crash, der dann auch schnell zum Totalschaden führt. Ebenfalls unschön: Verliert der Spieler ein Rennen kann er es nicht auf Knopfdruck erneut starten, er muss mit dem Wagen zur Ausgangskreuzung zurückkehren und einen Burnout machen.

Schön und schnell

Wie bereits gesagt haben die Entwickler, was die Portierung angeht, sehr gute Arbeit geleistet. Die Sichtweite im Spiel ist enorm, die Detaildichte auf den Straßen von Paradise City ebenso. Ohne Rücksicht auf Verluste geht es mit Schub durch die Straßen, dabei müssen Kisten, Eimer, Telefonzellen, Bänke und Zäune dran glauben – die Umgebung beginnt zu verschwimmen. Getoppt wird die abwechselungsreiche und grandiose Spielwelt nur noch durch die lizenzfreien, aber wunderschönen Fahrzeuge mit ihren beinahe lebensechten Schadensmodellen. Selbst wenn sich der eigene Wagen nach einem Crash um einen Pfosten wickelt oder in Zeitlupe durch die Luft segelt – man ärgert sich nicht eine Sekunde. Stattdessen bestaunt man das zerstörerische Schauspiel auf den Monitor.

 

Auf den Straßen geht es nicht gerade zimperlich zur Sache


Passend zu den knallharten Rennen tönen rockige Töne aus den Lautsprechern. Electronic Arts greift dabei auf den bewährten Pool an Tracks und Bands zurück, die auch bei Need for Speed und weiteren Spielen zum Einsatz kommen. Passend dazu dröhnen die Motoren, Fehlzündungen knallen, zischend wird das Lachgas in den Motor gepumpt. So schön wie die Unfälle grafisch in Szene gesetzt sind hören sie sich auch an. Glas splittert und fliegt umher, knacken und berstend deformiert sich die Karosserie, das Wrack rumpelt über den Asphalt bis es unter Funkenflug liegen bleibt. Im Spiel ist auch immer wieder DJ Atomica zu hören, die etwas unmotivierte junge Dame macht eine Art Radioprogramm und verrät Tipps, wie die Herausforderungen in Paradise City leichter von der Hand gehen.

Fazit:
Vor einem Jahr glänzte Burnout Paradise: The Ultimate Box auf der Konsole, jetzt blendet es Spieler auf dem PC. Entwickler Criterion Games hat bei der Portierung einfach alles richtig gemacht und so nicht nur das Spiel, sondern auch den gnadenlosen Spielspaß auf den PC übernommen. Vom ersten Rennen an fühlt man sich in Paradise City heimisch und will mehr. Mehr Wagen. Mehr Führerscheinklassen. Mehr Geschwindigkeit. Mehr Boost. Und man bekommt mehr – mit jedem Sieg kommt man neuen Wagen und Stufen näher, die dann den Ergeiz wiederum anstacheln. Und sollten alle 120 Rennen gewonnen sein gibt es in der Metropole immer noch 600 Geheimnisse und genug zu sehen, um eine Stundenlange Sightseeing Tour zu machen. Einsteiger werden zu Beginn jedoch öfter einmal ins Lenkrad beißen da Burnout Paradise: The Ultimate Box nur über einen Schwierigkeitsgrad verfügt, der recht happig ist. Kennt man sich aber auf den Straßen erst einmal etwas aus kann der Spaß wahrhaftig beginnen!

 

Drucken | review | 10.02.2009, 11:14 | Tim Ahlert
  
Infoleiste

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 Jan. 2009
Plattform
 PC
Kategorie/Genre
 Rennspiel


Tops & Flops
abwechselungsreiche Rennen
75 Fahrzeuge
120 Rennen
600 Geheimnisse
jedes Auto mit eigener Steuerung
guter Multiplayer
nur ein Schwierigkeitsgrad
für Anfänger sehr schwer
mangelnder Komfort

System-Vorraussetzungen
Minimal
2,4 GHZ Pentium / Athlon
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
4 GB Festplattenspeicher

Optimal
Intel Core 2 Duo Prozessor
2048 MB RAM
512 MB Grafikkarte
4 GB Festplattenspeicher

Bewertungen
Grafik
85%
Sound
85%
Steuerung
80%
Umfang
90%
Motivation
85%
Multiplayer
85%
Gesamtwertung: 85%

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