Im Zuge von Levelaufstiegen darf der Spieler verschiedene Fähigkeiten lernen und verbessern: kräftige Sprungschläge, beschworene Geister, Selbstheilung, Feuerangriffe, mächtige Rundumschläge oder das Verwandeln eines Gegners in einen Marienkäfer. Die Fähigkeiten im Kampf einzusetzen ist überlebenswichtig, denn mit den Standartschlägen siegt man nur gegen Widersacher, die sich unterhalb des Levels des eigenen Egos bewegen. Wer sich mit einem stärkeren Gegner anlegt wird schnell Bekanntschaft mit dem harten Boden von Rivellon machen und den letzten Speicherpunkt neu laden.
| |
 |
|
Meist treten die Gegner in kleinen Gruppen auf
|
Die Notwendigkeit, einen Gegner anzuvisieren, bereitet während der Auseinandersetzungen aber immer wieder Probleme. Besonders dann wenn der Spieler von kleinen Widersachern in größeren Gruppen angegriffen wird. Immer wieder springt der Held von einem Gegner zum nächsten, einen bestimmten Feind im Fokus zu halten ist nicht immer leicht. In solchen Situationen helfen besonders die aktiven Nahkampf-Fähigkeiten weiter, in denen der Spieler ganze Gegnergruppen mit einer kraftvollen Drehung zu Boden wirbeln kann. Trotzdem enden die Kämpfe in Divinity II: Ego Draconis nicht selten tödlich.
Wie gehabt wird das Leben des virtuellen Drachenritters in einer Lebensenergie-Anzeige dargestellt, die sich viel zu oft viel zu schnell leert - trotz langsamer und stetiger Regenerierung. Wer in Kämpfen nicht ständig ein Auge auf die Anzeige hat geht schneller zu Boden als es ihm lieb ist - so sollte man stets einige Heiltränke parat habe. Zudem sollte nach jeder absolvierten Aufgabe das Spiel gesichert werden, denn Divinity II: Ego Draconis sichert (leider) nur an besonders wichtigen Stellen, die mit der Handlung des Rollenspiels zu tun haben. Wer vor seinem virtuellen Ableben etwas Bares mit Nebenaufgaben dazuverdient hat darf alles noch einmal machen - weil es doch so schön war.
| |
 |
|
Ab der Spielmitte darf sich der Spieler in einen Drachen verwandeln
|
Die in Leuchtenfeld erlangte Gabe des Sehens birgt einen wichtigen Vorteil: Der Spieler kann während Dialogen auf Wunsch in den Kopf seines Gegenüber sehen und seine Gedanken hören. So erfährt man die lüsternen Gedanken einer Kellnerin, die dunklen Geheimnisse eines zwielichtigen Händlers, kann die Preise des Schmiedes herunterhandeln oder erfährt, wo der Hauptmann der Wache sein Erspartes versteckt - oder besser versteckt hat. Umsonst ist der Ausflug in fremde Köpfe aber nicht, er muss mit Erfahrungspunkten bezahlt werden, die später beim nächsten Levelaufstieg schmerzlich vermisst werden könnten.
Die Spielwelt von Divinity II: Ego Draconis ist riesig - und so gibt es entsprechend viel zu sehen, zu erleben und zu erledigen. Viele Aufgaben bieten außerdem alternative Lösungswege: In einem kleinen Dorf werden wir von einer Bauersfrau gebeten einen vertraulichen Brief zum nahen Schmied zu bringen, da die beiden ein Techtelmechtel haben. Man kann den Brief nun alternativ zum Schmied oder zum Bauern bringen - beides hat Auswirkungen. Bekommt der Handwerker den Brief freut er sich und senkt die Preise, bekommt der Bauer den Brief ist er sauer, seine Frau ist sauer und der Schmied sowieso - und günstigere Preise gibt es dann schon gar nicht. Das gilt aber nur für die Nebenmissionen, alternative Wege gibt es in den Hauptaufgaben nicht.
| |
 |
|
In allerlei Dungeons geht es gegen Skelette zur Sache
|
Egal ob der Spieler einen Goblin aus den Latschen haut, einen Wachposten aus einer misslichen Situation rettet oder Postbote spielt, für alles werden auf dem Erfahrungskonto Punkte gutgeschrieben. Für erfüllte Aufgaben gibt es aber noch etwas mehr: Neben Erfahrung und Gold darf sich der Spieler ein neues Objekt aussuchen, das ihm Vorteile bringt: Ein Helm der die Intelligenz erhöht, Handschuhe die die Agilität verbessern oder einen Dolch, der Gegner besonders effektiv zu Boden wirft. Außerdem finden sich in den vielen Dungeons, Kisten und Kästen in Rivellon allerlei Rüstungen, Schwerter, Schilde, Helme und Dergleichen - man muss nur die Augen offen halten.
Drucken | review | 07.08.2009, 13:53 |
Tim Ahlert