Zu Beginn von Divinity II: Ego Draconis ist der Spieler ein Drachentöter - doch sein Schicksal ändert alles. Denn nach der Hälfte des Spiels hat der mittlerweile zum Drachenritter konvertierte Streiter die Möglichkeit, sich in eines der geflügelten Fabelwesen zu verwandeln, um so schneller durch die Lande ziehen zu können. Außerdem gilt es Luftkämpfe gegen andere Kreaturen zu bestehen und Geschütze auszuschalten, außerdem gibt es allerlei Zusatzbereich, die der Spieler nur in der Haut eines Drachens erkunden oder finden kann. Der Drachen lässt sich ebenfalls leicht aufwerten und mit verschiedenen Panzerungen für die Kämpfe wappnen.
| |
 |
|
In Drachenform sind sonst unzugängliche Stellen erreichbar
|
Drache und Drachenritter brauchen aber auch einen Rückzugsort, wo sie sich von den ganzen Strapazen, die eine Weltenrettung so mit sich bringt, erholen können. Ebenfalls später im Verlauf des Rollenspiels erobert man einen Turm, der fortan als Hauptquartier gilt. Dorthin kann sich der Spieler aber nicht nur zurückziehen wenn er ordentlich einen auf den Deckel bekommen hat, sondern auch dann wenn der hauseigene Nekromant oder Alchemist kontaktiert werden muss. Der Alchemist zaubert allerlei Tränke, der Nekromant kann aus gesammelten Körperteilen Begleiter zusammenstellen. Zusätzlich gibt es eine Werkstatt, in der die eigenen Waffen verbessert werden können.
| Navigator mit Hindernissen |
Ein Problem von Divinity II: Ego Draconis ist die Navigation, die immer wieder schwer fällt. Zwar gibt es dank dem Release-Patch eine Mini-Map in der oberen Bildschirmecke, doch hilft die oft ebenso wenig weiter wie die große Karte auch. Selten kommt man gewünscht schnell am Ziel an, meist ist die Suche mit allerlei Sucherei und vielen abgespulten Kilometern per Pedes verbunden. Und wenn wir schon einmal dabei sind: Die Menüs sind oft ein wenig störrisch, außerdem fehlt im Handelsmenü die Möglichkeit die eigenen und die ausgewählten Gegenstände direkt gegenüber zu stellen.
| |
 |
|
Die Dörfer und Städte sind architektonisch sehr schön
|
Divinity II: Ego Draconis ist grafisch nicht ganz auf der Höhe der Zeit, zaubert aber eine atmosphärische Welt auf den Schirm. Die Gegenden und vor allem die Städte und Dörfer gefallen, ebenso die Architektur, die Effekte, die gelungene Ausleuchtung und die hübschen Charaktere. Allerdings lassen einige Texturen zu wünschen übrig, ebenso eine Reihe sehr ruppiger und abgehackter Animationen. Akustisch knüpft das Rollenspiel an die atmosphärische Seite an. Der Soundtrack ist erstklassig, ebenso wie die deutsche Vertonung mit vielen bekannten Stimmen. Außerdem wurde jede Textzeile bis auf jegliche Konversation des Helden vertont - vorbildlich!
Divinity II: Ego Draconis ist einer dieser Titel, der nie so recht ins große Rampenlicht rückte - und so zu einer Rollenspiel-Überraschung wird! Denn das Rollenspiel rund um das Böse, die Dunkelheit, Drachenritter und Drachentöter überzeugt durch eine tolle Spielwelt, tolle Aufgaben, allerlei Abwechslung, viele Details, eine grandiose Vertonung und - ganz wichtig - Drachenflugpassagen. Meine Güte, was habe ich die seit Drakan - Der Orden der Flamme vermisst! Aber nobody is perfect, so auch Divinity II: Ego Draconis nicht. Die Wegfindung ist - gelinde gesagt - oft eine kleine Katastrophe, außerdem hätten die Menüs zugänglicher und komfortabler sein können. Grafisch gibt es ein paar qualitative Mängel, aber bis auf die Navigation ist alles Klage auf hohem Niveau. Divinity II: Ego Draconis ist ein tolles Spiel, da muss ein Risen oder Dragon Age: Origins erst einmal nachziehen - und das ganz ohne Drachenflüge...
Drucken | review | 07.08.2009, 13:53 |
Tim Ahlert