Am 30. Juni 1908 erschütterte eine Explosion, die der Zerstörungskraft von 2000 Hiroshima-Bomben gleichkommt, die Tunguska-Region in Zentralsibirien und fällte über 6.000 qkm Kiefernwald. Die Explosion konnte in einem Umkreis von 1.000 km gehört werden. Augenzeugen sahen ein längliches Objekt von Himmel herabfallen, das in bläulich-weißem Licht leuchtete. Einer 20 Kilometer hohen Lichtsäule folgte eine schwarze pilzförmige Wolke. Bis heute ist ungeklärt, was die Tunguska-Katastrophe tatsächlich ausgelöst hat und worum es sich dabei überhaupt gehandelt hat.

Heute, 97 Jahre später. Nina Kalenkow hat ihren Vater lange nicht gesehen und freut sich auf einen entspannten Brunch mit ihm. Doch Wladimir Kalenkow erscheint nicht. Er ist vielmehr unter mysteriösen Umständen verschwunden: Eine seltsame Nachricht, eine angeblich kurzfristig anberaumte Reise, eine rätselhafte Mail und ein Polizist, der offensichtlich nicht sehr an dem Verschwinden von Wladimir Kalenkow interessiert ist. Doch einfach so dasitzen und nichts tun, das ist nicht Ninas Art. Und so macht sich die gebürtige Russin mit Max, einem guten Freund, selbst auf die Suche nach dem verschwundenen Vater.
Geheim bleibt geheim
In der Rolle von Nina Kalenkow und Max Gruber macht sich der Spieler, ganz klassisch, mit Hilfe der Maus auf die Suche nach Ninas Vater. Dabei bewegt sich der Spieler über eine Vielzahl verschiedener Schauplätze und nimmt diese unter die Lupe. Dabei treffen Nina und Max nicht nur auf eine schier endlose Zahl Rätsel und Aufgaben, sondern auch auf viele undurchsichtige Charaktere, die in Verbindung mit der spannenden und wendungsreichen Hintergrundgeschichte einen packenden Mysterie-Thriller aus dem klassischen Adventure zaubern.
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Nina und Max machen sich auf die Suche nach Ninas Vater
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Das Herzstück eines Adventures sind die Rätsel und die zu erzählende Geschichte – und in beiden Punkten überzeugt Geheimakte Tunguska auf der ganzen Linie. Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel befindet sich auf einem angenehmen Niveau, jedoch kommt der Spieler ohne nachzudenken nicht weit. So gilt es nicht nur die Locations nach brauchbaren Objekten zu untersuchen und diese einzusammeln, gefundene Objekte können im Inventar auch kombiniert oder weiter untersucht werden. Auch Gespräche mit anderen Charakteren sind in dem Adventure sehr wichtig, denn oftmals enthalten diese Informationen zum Weiterkommen, wie etwa Codes, die der Spieler an einem Spind oder einem Tresor nutzen kann. Alle Rätsel im Spiel lassen sich logisch erklären und auch lösen.
Na logisch!
Zumeist hat der Spieler in Geheimakte Tunguska die Aufgabe, Objekte logisch zu benutzen. So findet Nina einen kleinen Steinbrocken, in dem etwas eingeschlossen zu sein scheint. Man muss natürlich wissen was der kleine Brocken enthält und macht sich auf die Suche nach einem Weg, den Brocken zu entfernen. Mit Hilfe eines Reagenzglases und etwas Säure kommt man des Rätsels Lösung doch schon einmal sehr nahe. Wie oben beschrieben übernimmt der Spieler die Rolle zweier verschiedener Charaktere, nämlich von Nina und Max. An einigen Abschnitten des Spiels kann der Spieler zwischen beiden hin- und herschalten oder muss es auch, da sich manches Rätsel nur mit beiden Charakteren lösen lässt.
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Die Locations in Geheimakte Tunguska sehen sehr schön aus
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Durch etwas Suche lassen sich auf allen Locations sämtliche wichtigen Objekte entdecken. Doch für den Fall, dass der Spieler einmal wirklich mit seinem Latein am Ende ist und vor lauter Suchen schon die Augen tränen, haben die Entwickler mit dem Snoop Key eine Rätselhilfe ins Spiel integriert. Durch den Druck auf diese Taste markiert das Spiel für wenige Sekunden alle Objekte, mit denen der Spieler interagieren kann – auch alle Ausgänge werden angezeigt. Falls ein Objekt wirklich einmal zu klein geraten ist, um es zu finden, ist der Snoop Key eine sinnvolle und treue Hilfe.
Drucken | review | 13.09.2006, 22:30 |
Tim Ahlert