Vor annähernd genau einem Jahr veröffentlichten Publisher RTL Playtainment und Entwickler Synetic mit Alarm für Cobra 11 – Nitro die x-te Versoftung der erfolgreichen TV-Serie. Im Vergleich zu allen bisherigen Spielen basierend auf der Action-Serie stellte Alarm für Cobra 11 – Nitro aber eine Ausnahme dar: Erstmals machte es wirklich Spaß in die Rollen der beiden knallharten Autobahnpolizisten zu schlüpfen und Verbrecher mit fahrerischem Können dingfest zu machen. Die Entscheidung die deutschen Entwickler von Synetic mit dem Spiel zu beauftragen erwies sich als ein wahrer Glücksgriff, das Spiel gewann sogar einen deutschen Entwickler-Preis. Ein Jahr danach liefert die Funfactory mit Alarm für Cobra 11 – Crash Time den nächsten Racing-Action Titel rund um die beiden Autobahn-Cops.

Alarm für Cobra 11 – Crash Time wartet mit drei verschiedenen Spielmodi auf: Die Fälle, Einzelrennen und Splittscreen. Im Modus Die Fälle geht der Spieler mit den beiden Autobahnpolizisten Chris und Semir auf die Jagd löst die verschiedensten Verbrechen, die in einer großen Stadt samt Autobahn so anfallen. Im Modus Einzelrennen kann der Spieler die Aufgaben und Rennen, die er während der Lösung der Fälle absolviert hat nochmals fahren, bei Bedarf auch mit anderen Fahrzeugen. Der Dritte im Bunde ist der Splittscreen-Modus, in dem zwei menschliche Spieler gegeneinander antreten können.
Die Fälle bieten dem Spieler 71 Missionen, die sich auf acht einzelne Fälle aufteilen; meist gilt es im Verlauf eines Falles sieben oder acht Missionen zu absolvieren. So muss der Spieler in der Rolle von Tom und Semir einen Mord an einer Raststätte aufklären, ein junger Mann wird tot vor seinem Wagen aufgefunden. Die beiden Autobahnpolizisten schnüffeln etwas herum und wenig später geht’s auch schon los. Verdächtige wollen unauffällig beschattet oder verfolgt, abgedrängt und zu Klump gefahren werden. Außerdem müssen die beiden Polizisten unter Zeitdruck bestimmte Punkte abfahren oder vor schießwütigen Verfolgern fliehen. Somit bietet Alarm für Cobra 11 – Crash Time im Vergleich zu Vorgänger nicht viel neues, lediglich die Aufteilung der Missionen in Fälle ist neu.
|
 |
|
Mit schnellen Autos geht's in den Rollen von Chris und Semir erneut auf die Piste
|
Die Fälle können in drei Schwierigkeitsgraden absolviert werden: Leicht, Mittel und Schwer. Von der Wahl ist abhängig wie viele Extras der Spieler für den Modus Einzelrennen freischaltet. Auf Leicht werden lediglich die Strecken und Wagen freigegeben, auf der Stufe Mittel werden die gesamten Fälle zum nochmaligen Durchspielen freigeschaltet. Wer alle Fälle aber auf der höchsten Schwierigkeitsstufe absolviert schaltet neben allen Fahrzeuge und Missionen auch einen ganz besonderen Fall für den Modus die Fälle frei. Die im Spiel vorhandenen Fälle basieren übrigens auf den Fällen der gleichnamigen TV-Serie oder realen Begebenheiten – Zuschauer der Serie dürften also das eine oder andere Déjà-vu Erlebnis haben.
Alle in Alarm für Cobra 11 – Crash Time vorhandenen Strecken – seien es nun Rundkurse oder Etappen – lassen sich auch im Mehrspieler-Modus absolvieren. Dieser ist allerdings nicht sonderlich umfangreich ausgefallen, nur zwei Spieler können sich im Splittscreen-Modus an einem Rechner vertikal oder horizontal duellieren. Allerdings lassen sich noch einige Einstellungen mehr vornehmen; so kann der Spieler auch den Verkehr, die Wetterbedingungen und den Schaden der Wagen bei Kollisionen bestimmen. Die Strecken für den Mehrspieler-Modus muss der Spieler ebenfalls vorab im Die Fälle Modus freispielen, sie stehen von Beginn des Spiels an nicht frei zur Verfügung.
|
 |
|
Ab sofort stehen auch Sprünge über fahrende Züge auf dem Programm
|
Nach und nach schaltet der Spieler im Action-Racing Spiel über 30 verschiedene Wagen frei. Vom normalen Dienstwagen über rasante Sportwagen und eine Spürpanzer bis hin zum Formel 1 Boliden ist alles vertreten. Allerdings gibt es im Spiel erneut nur einen lizensierten Wagen: Den Seat Leon als Straßen- und Rallyversion. Der gesamte Fuhrpark lässt sich eindrucksvoll in seine Einzelteile zerlegen, ebenso die übrigen Verkehrsteilnehmer. Ein kleiner Crash reicht meist aus um den Wagen zum Schleudern zu bringen; der erste Überschlag ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Schlussendlich explodiert der Wagen in Cobra 11 Manier und bleibt als schrottreifes Wrack liegen. Nicht gerade realistisch, aber spaßig und nett anzusehen. Aber was ist bei Alarm für Cobra 11 – Crash Time schon realistisch? Sprünge über Züge oder von Hochhäusern herunter? Fans der TV-Serie kommen auf jeden Fall voll auf ihre Kosten.
| Größer, schneller, schöner |
Grafisch setzt Synetic bei Alarm für Cobra 11 – Crash Time auf das gleiche Grundgerüst, das schon beim direkten Vorgänger-Titel zum Einsatz kam. Der gute Eindruck den das Spiel damit damals hinterließ setzt sich auch in diesem Jahr weiter fort. Die Fahrzeuge sind hübsch gemacht, das Schadensmodell überzeugt völlig, neu integrierte Motion Blur Effekte sorgen für Geschwindigkeitsgefühl. Zudem wurden die Autobahnen sowie die Welt um die Autobahnen herum stark aufgewertet. Die Entwickler haben bei Alarm für Cobra 11 – Crash Time einen viel größeren Wert auf eine detaillierte Umwelt gelegt als noch in Alarm für Cobra 11 – Nitro. Mülltonen, Ampeln, Schilder und Sitzmöbel kullern durch die Gegend, die hässlichen 2D-Menschen innerhalb der Städte sind verschwunden. Stattdessen ist die gesamte Welt lebendiger geworden: Mehr Verkehrsteilnehmer, mehr Objekte wie Windräder, Häuser und Industrie entlang der Strecken. Grafisch und physikalisch hat das Action-Rennspiel einen erneuten Schritt nach Vorn gemacht.
|
 |
|
Mit dem Formel 1 Boliden ist der Spieler mit Abstand am schnellsten unterwegs
|
Erneut zeichnet sich Dynamedion für die musikalische Untermalung des Spiels verantwortlich und erneut hinterlässt diese einen sehr guten Eindruck. Rockige Töne begleiten die Action und die Stunts auf der Piste, untermalt von gelungenen Sounds wie heulenden Motoren, quietschenden Reifen oder umher wirbelnden und explodierenden Autos. Zwischen den einzelnen Missionen der Fälle treiben Gespräche zwischen Chris und Semir sowie anderen Charakteren die jeweiligen kleinen Geschichten voran. Allerdings lässt die deutsche Vertonung stellenweise etwas zu wünschen übrig, des Öfteren wünscht man sich von den Sprechern etwas mehr Einsatz und Tiefgang. Dies trifft besonders auf die Charaktere zu, die nur sehr wenige oder nur einen einzigen Auftritt haben.
Mit Alarm für Cobra 11 – Crash Time setzen RTL Playtainment und Synetic die erfolgreiche Linie von Alarm für Cobra 11 – Nitro fort und bauen das Spielprinzip noch weiter aus. Schnelle Wagen, mehr Action und Stunts, interessante Fälle – Es macht einfach eine Menge Spaß über die deutschen Autobahnen zu rasen und dabei den einen oder anderen explosiven Crash zu provozieren. Zudem hat sich die im Vorgänger noch etwas steife Spielwelt erweitert: Mehr Details und mehr Verkehr sorgen für eine lebendige Umwelt. Am einen oder anderen Punkt hätten die Entwickler allerdings noch einmal ansetzten können, etwa am Speichersystem. Der Spielstand lässt sich immer nur nach dem erfolgreichen Abschluss eines Falles sichern, nicht während der Missionen. Außerdem hätte es dem Splittscreen-Modus gut getan, wenn die Strecken nicht zuerst im Story Modus freigeschaltet werden müssten. Für Anhänger der TV-Serie sollten bei Alarm für Cobra 11 – Crash Time unbedingt zugreifen, ebenso diejenigen Spieler die einfach nur nach Action hinter dem virtuellen Lenkrad suchen.
Drucken | review | 11.11.2007, 17:41 |
Tim Ahlert