2006 zogen THQ und Volition Inc. Aus Rockstar Games und der Grand Theft Auto Reihe das Fürchten zu lehren. Das Open-World Actionspiel Saints Row sollte es richten – mit jeder Menge Action, Klischees und bitterbösem Humor. Als kleiner Gangster galt es sich im Sündenful Stilwater an die Spitze der Unterwelt und der Gangs zu arbeiten – doch am Ziel angekommen gingen die Gangsterträume mit einer Explosion im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf. Da die Gangster-Geschichte in Stilwater weitergehen muss ist des Spielers Ego damals nicht ums Leben gekommen, sondern erwacht Jahre später im Hospital des Stilwater Gefängnisses aus dem Koma auf.

Die Ärzte waren so nett den durch die Explosion deformierten Körper wieder in menschliche Formen zu bringen – ein neues Gesicht inklusive. Keine fünf Minuten wieder auf den Beinen wird dem Spieler die Gefängnisluft zu dünn und auf direktem Wege geht’s raus aus der staatlichen Anstalt. Durch Lüftungsschächte und über Dächer kämpft sich der Spieler zum Hafen der Gefängnisinsel vor und kapert ein Boot, um sich damit auf den Weg zur Stadt zu machen. Die Polizeimassen, die sich dem Flüchtling dabei in den Weg stellen, sind kein wirkliches Problem – ebenso wenig wie die bis an den Rotor bewaffneten Polizeihubschrauber.
Nach der finalen Explosion von Saints Row darf der Spieler im Nachfolge-Titel – zumindest rein äußerlich – noch einmal ganz von Vorn anfangen – Geschlechtsumwandlungen inklusive. Bevor das Spiel im Gefängniskrankenhaus beginnt wird im Editor der eigene Wunsch-Gangster zusammengeschraubt. Dabei fällt die Wahl nicht nur zwischen weiblich oder männlich, dick oder schmächtig, kräftig oder normal, asiatisch oder afroamerikanisch – sogar das Gesicht lässt sich mit geschminkten Masken verunstalten. Dank der nahezu freien Hand und den schier endlos vielen Möglichkeiten lassen sich so nicht nur coole Gangster, sondern auch die komischsten Freaks erstellen.
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Auf den Straßen von Stilwater geht's im Bandenkrieg zur Sache
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Saints Row 2 funktioniert – ebenso wie der Vorgänger - nach dem bewährten Open-World Prinzip. Nach der Landung in der Stadt kann sich der Spieler frei bewegen und entscheiden wohin er als nächstes gehen will. Im Laden um die Ecke werden die Knastieklamotten gegen Jeans und Baseballshirt getauscht, im gestohlenen Wagen geht’s durch die Straßen der Gangster-Metropole. Bei so viel Bewegungsfreiheit sollte man aber nicht das eigentliche Spielziel aus den Augen verlieren: Die zerschlagenen Saints sollen wieder auferstehen – und dafür muss der Spieler alte Bekanntschaften auffrischen und den neuen Gangs in der Stadt zeigen, wer hier kriminell das Sagen hat. Und so etwas wird natürlich nicht bei Kaffee und Kuchen ausdiskutiert…
In insgesamt 40 Storymissionen gewinnt der Spieler die Macht über Stilwater zurück – ein langer, klischeehafter und verrückter Weg. Zu Beginn des Spiels wird ein alter Bekannter aus dem Gerichtsgebäude gerettet – er sollte gerade wegen 350 Morden zum Tode verurteilt werden. Gemeinsam wird nun die große Aufgabe angegangen, Stilwater soll von den anderen Gangs gereinigt werden. Aber zuerst einmal muss ein Unterschlupf her, der den Respekt und den Status des Spielers wiedergibt. Dort werden Waffen und Fahrzeuge gelagert, es ist der Dreh- und Angelpunkt. Mit genügend Geld lässt sich so aus einer Bruchbude ein wahrer Palast zaubern – Tanzstange und leicht bekleidete Damen inklusive.
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Der gestalterische Freiraum des eigenen Charakters ist groß
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In Saints Row 2 kann man sich aber nicht so mir nichts dir nichts von Mission zu Mission arbeiten – in der Story geht es nur weiter wenn der Respekt stimmt. Ansonsten können Aufgaben nicht angenommen werden. Ansehen lässt sich auf verschiedenen Wegen verdienen: Weite Sprünge mit dem Wagen bringen Respekt, ebenso wie das Erledigen kleiner Nebenaufgaben wie Straßenrennen. Auch die eigenen vier Wände können dem entgegengebrachten Respekt förderlich sein. Ist der Unterschlupft schick dekoriert, ein leinwandgroßer Plasmafernseher hängt an der Wand und hübsche Mädels recken und strecken sich an der Tanzstange verschafft dies ebenso Respekt wie eine Prügelei mit den Cops.
Drucken | review | 31.01.2009, 17:46 |
Tim Ahlert