Der Krieg im Vietnam war die Hölle für die US-Streitkräfte. Die großen Wälder waren dunkel und voller Fallen, hinter jedem Busch, in jeder Mulde konnten sich vietnamesische Truppen verbergen – für die Augen der US-Streitkräfte so gut wie unsichtbar. Waffentechnisch unterlegen, aber mit dem unbezahlbaren Vorteil der Ortskundigkeit. Die amerikanischen Truppen ließen sich auf einen Krieg ein den sie nicht gewinnen konnten und tausende amerikanischer Soldaten mussten die politischen Fehler mit ihrem Leben bezahlen. Ebenso wie unzählig viele zivile Opfer, die in die Schusslinie gerieten.

Nate Walker wird unter größter Geheimhaltung in einen US-Stützpunkt gebracht, eine Art Krankenstation. Sein Bruder Cal ist der einzige Überlebende einer aufgeriebenen Einheit, verletzt und scheinbar dem Wahnsinn nahe. Doch es waren nicht die Vietcong, die Cal den Verstand raubten und ihn zu einem Tier machten. Immer wieder fällt der Name Whiteknight, doch niemand scheint zu wissen um was oder um wen es sich dabei handelt. Niemand außer Cal, doch der bringt nur noch Schreie und undefinierbare Laute über seine Lippen. Nate muss versuchen an ihn heranzukommen, um mehr über Whiteknight zu erfahren.
Shellshock 2: Blood Trails ist ein gradliniger Ego-Shooter ohne Schnörkel und Spielerei. In der Rolle des jüngeren Bruders Nate Walker macht sich der Spieler daran, die Spur von Cal aufzunehmen, um so hinter das blutige Geheimnis von Whiteknight zu kommen. Dabei setzt das Spiel auf strikte Action und Waffeneinsatz, Entscheidungsmöglichkeiten gibt es nur beim Töten zu Boden geworfener Widersacher. Ansonsten folgt Nate dem roten Faden, den die Entwickler von Rebellion durch den Vietnam gelegt haben und lernt dabei viele verschiedene Facetten des Landes kennen. Mit der Waffe im Anschlag geht’s durch heruntergekommene Wellblechhütten, untergegangene Tempel und Lager der Vietcong.
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Nate Walker nähert sich einem Lager der Vietcong
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Entsprechend gradlinig verlaufen auch die Missionen, die der Spieler abarbeitet. In einem versteckten Lager der Vietcong gilt es unentdeckt einzudringen, einen hohen Offizier auszuschalten und danach wieder zu verschwinden. Auch wenn das Lager weitläufig ist gibt es nur einen festen Weg durch die Hütten und Gräben, der ans Ziel führt – Alternativrouten gibt es in Shellshock 2: Blood Trails nicht. Des Öfteren gilt es auch an bestimmten Punkten anstürmende Angreifer abzuwehren, die Nate ans Leder wollen. Beißt der Spieler ins vietnamesische Gras wird der letzte automatische Speicherpunkt geladen, die Möglichkeit Shellshock 2: Blood Trails selbst zu sichern gibt es nicht.
Die Vietcongs nutzten ihren einzigen Vorteil der Ortskundigkeit damals strikt aus und tauchten plötzlich wie aus dem Nichts auf und töteten die amerikanischen Truppen. In Shellshock 2: Blood Trails ist es genauso, plötzlich tauchen die Gegner hinter Büschen und Sträuchern, auf Felsvorsprüngen oder in wackligen Hütten auf und eröffnen das Feuer. Dank Tarnung sind sie dann zudem nur sehr schwer auszumachen – besonders in den dichten Wäldern. Viel zu oft gehen die eigenen M16-Salven, Schrotkugeln oder Pistolenschüsse ins Leere, weil man dort einen Vietcong vermutet – stattdessen hat der sich schon ein paar Meter zur Seite verkrümelt. Einzige kleine Hilfe ist das Fadenkreuz, das sich über einem Gegner rot färbt.
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Die Infizierten machen dem Spieler das Leben zur Hölle
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Schleichen muss und kann man in Shellshock 2: Blood Trails nicht. Stattdessen machen Nate und die Kollegen der US-Armee so viel Lärm wie nur eben möglich. Lärm ist aber auch kein Problem, da die Widersacher – ob nun Vietcong oder Infizierter – nur bei Sichtkontakt angreifen. Dabei verhalten sich die Gegner nicht sonderlich schlau, es ist aber immer wieder verwunderlich wie zielsicher die Vietcong mit ihren Waffen auch über sehr große Entfernungen sind. Bedeutend einfacher machen es dem Spieler die Infizierten: Sie gehen oder laufen auf Nate zu, so das meist Zeit genug bleibt um auf den Kopf oder die Beine zu zielen. Anderenorts sind die Infizierten sehr ausdauernd und standfest.
Drucken | review | 17.02.2009, 17:10 |
Tim Ahlert