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Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen

Die Zukunft für die französische Hauptstadt Paris ist düster. Der Glanz verfällt, die Stadt der Liebe verliert jegliche Romantik. Stattdessen herrscht der diktatorische Prophet Weißkohl über die Stadt und die Menschen, die in ihr leben. Die Gesellschaft teilt sich in arm und reich, beide Schichten leben in hermetisch abgeriegelten Ghettos. Die Kriminalität nimmt Überhand, Straftäter werden mit Kapseln in den Weltraum geschossen. Über der Stadt schwebt eine riesige Pyramide, in der sich ägyptische Götter befinden. Woher sie stammt und warum sie sich über der Stadt befindet ist nicht bekannt, nur dass sich die Gottheiten in Verhandlungen mit der Regierung des totalitären Stadtstaates Paris befinden.



Unplanmäßig stürzt eine der Kapseln mit einem Häftling in Paris auf, der eigentlich noch Jahre im Kälteschlaf im All verbringen sollte. Die Regierung versucht zu vertuschen und leitet eine Fahndung nach dem Terroristen ein. Alexander Nikopol weiß von alledem nichts, wundert sich aber als plötzlich die Ordnungshüter vor seiner Tür stehen, um ihn in Gewahrsam zu nehmen. Er schafft es zu fliehen und taucht unter. Erst dann erfährt er von dem entflohenen Häftling und der verblüffenden Ähnlichkeit zwischen ihm und sich selbst. Und plötzlich befindet sich Alexander Nikopol in einem Abenteuer, das düstere Geheimnisse offenbart, die tief unter den Straßen der Metropole schlummern.

Was die Zukunft bringt...

Die Geschichte von Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen basiert auf einer Comic-Trilogie, die bis 1993 von Enki Bilal veröffentlicht wurde. Wer damit nicht allzu viel anfangen kann braucht sich nicht wundern, in Frankreich haben Comics einen ganz anderen Status als hierzulande. Manch einer könnte die Geschichte aber aus dem düsteren Sci-Fi-Film Immortal kennen, der 2004 mit Thomas Kretschmann in der Rolle des entflohenen Häftlings veröffentlicht wurde. Entwickler White Birds Productions hat die Geschichte für ein Adventure aufbereitet und gibt Abenteurern so die Möglichkeit, selbst einen Fuß in das düstere Paris der Zukunft zu setzen.

 

Die Zukunft für Paris sieht nicht gerade rosig aus...


Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen ist ein typischer Vertreter der Ego-Adventures. Wie in einem Ego-Shooter schaut der Spieler aus den Augen des Protagonisten und kann sich frei um die eigene Achse drehen, um die Umgebung in Augenschein zu nehmen. Freies Bewegen ist unmöglich, Spieler müssen sich von einem festen Blickwinkel zum nächsten klicken - eine mühselige Angelegenheit. Anfänglich wird die Navigation außerdem durch den umständlichen Mauszeiger erschwert, der in Form einer Kugel je nach Interaktionsmöglichkeit Striche anzeigt. Anfangs fällt so die Orientierung schwer, nach einigen Spielminuten hat man den Dreh aber raus.

Spurensuche in Paris

Um Antworten auf alle Fragen zu finden muss sich der Spieler über allerlei Rätsel den Kopf zerbrechen. Angefangen bei einfachen Objektsuchen, über Puzzle bis hin zu umfangreichen Kombinationsrätseln bietet Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen eine recht weit gefächerte Palette. Gerade bei der Suche nach nützlichen Objekten offenbart das Spiel aber die eine oder andere Schwäche. Oftmals ist nicht ersichtlich, welche Objekte für Alexander Nikopol von Interesse sein könnten, oder welche Objekte überhaupt Interaktion zulassen. Leider ist es nicht möglich sich auf Tastendruck alle nützlichen Objekte anzeigen zu lassen, und so kommt es immer wieder zu wahren Suchorgien.

 

Alexander Nikopol macht die eine oder andere unliebsame Bekanntschaft


Erschwerend kommt hinzu, dass der Spieler im Verlauf von Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen oftmals keine Ahnung hat, welcher Schritt als nächstes nötig ist - diesbezüglich lässt das Adventure Spieler immer wieder im Regen stehen. So ist es natürlich noch komplizierter gerade nach dem Objekte Ausschau zu halten, das für ein Weiterkommen sorgen könnte. Ein weiteres Problem, das in Adventures eigentlich tabu sein sollte: Objekte in bekannten Locations, die erst durch weitere Schritte im Spiel freigegeben werden. Warum sollte man dann nach einem Objekte Ausschau halten, das zuvor nicht interaktiv war?

Dem Tode so nah

Alexander Nikopol lebt gefährlich, denn die Ordnungshüter sind ihm ständig auf den Fersen. Des Öfteren steht der Spieler ihnen direkt gegenüber und muss unter Zeitdruck reagieren, um nicht das Zeitliche zu segnen (auch ein Tabu in Adventures). Schon zu Beginn macht das Spiel von diesem Mittel gebrauch: Alexander Nikopol wird in seiner Wohnung von den Wachen aufgesucht und ihm bleibt nur noch wenig Zeit bis seine Tür zu Kleinholz verarbeitet wird. Unter Zeitdruck gilt es nun bestimmte Schritte auszuführen, die nicht immer ganz ersichtlich sind. Gelingt es überlebt das virtuelle Ego, wenn nicht beißt er unweigerlich ins Gras und das Spiel setzt vor der Sequenz erneut ein.

 

Die Locations sind durchaus hübsch, aber etwas unlebengig


Das von Enki Bilal ersonnene Paris ist ein sehr düsteres. Und ebenso haben es die Entwickler auch umgesetzt. Die Stadt ist dreckig und heruntergekommen, seltsame Gestalten lungern herum. Wie die meisten Adventures seiner Art leidet aber auch Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen unter sterilen und unlebendigen Schauplätzen, auch wenn sie mit allerlei kleinen Details ausstaffiert sind. Sehr gut ist die deutsche Vertonung des Adventures gelungen, die mit wenigen, aber dafür engagierten Sprechern aufwartet. Ebenso ist die musikalische Untermalung des düsteren Sci-Fi-Abenteuers gelungen, die sehr gut zum düsteren Setting passt.

Fazit:
Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen hat seine Reize: Die Geschichte ist interessant und gut in Szene gesetzt, der Rätsel-Umfang ist weit gefächert, grafisch präsentiert sich das Adventure ebenfalls gelungen (wenn auch etwas unlebendig). Der Hund liegt im futuristischen Paris aber ganz woanders begraben: Entwickler White Birds Productions baut noch immer Tabus in das Spiel ein, die schon längst der Vergangenheit angehören sollten. Warum muss ich unter Zeitdruck derart verzwickte Rätsel lösen, dass sich dafür fünf oder mehr Anläufe brauche? Warum kann ich manche Objekte erst beim dritten Besuch einer Location näher unter die Lupe nehmen? Somit verspielt Nikopol - Die Rückkehr der Unsterblichen einiges Potenzial, dass durch die Comic-Vorlage auf jeden Fall vorhanden war.

 

Drucken | review | 21.03.2009, 22:53 | Tim Ahlert
  
Infoleiste

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 März 2009
Plattform
 PC
Kategorie/Genre
 Adventure


Tops & Flops
düstere Geschichte
hübsche Locations
gelungene Vertonung
umfangreiche Rätselpalette
Rätsel unter Zeitdruck
Protagonist kann sterben
unlebendige Schauplätze

System-Vorraussetzungen
Minimal
1,7 GHZ Pentium / Athlon
512 MB RAM
128 MB Grafikkarte
3 GB Festplattenspeicher

Optimal
Intel Core 2 Duo Prozessor
2048 MB RAM
512 MB Grafikkarte
3 GB Festplattenspeicher

Bewertungen
Grafik
65%
Sound
75%
Steuerung
60%
Atmosphäre
65%
Rätsel
65%
Spieltiefe
60%
Gesamtwertung: 65%

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