StarCraft II: Wings of Liberty - Bei uns im Test

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Space Station Simulator 2.0

Als Kind hat man ausgefallene Berufswünsche. Mach einer träumt davon hinter dem Steuer eines Jets zu sitzen und weit über den Wolken seine Runden zu drehen oder als Primaballerina über das Parket zu stolzieren. Doch werd hat heute schon den Beruf, den er sich früher erträumt hat? Wer schon immer einmal davon träumte als Astronaut ins All zu fliegen, heute aber hinter einem Schreibtisch sitzt, kann sich diesen Traum Hilfe des Space Station Simulator 2.0 erfüllen. Denn spätestens nach ein paar Stunden im virtuellen All und der Kontrollstation auf Mutter Erde ist der Wunschtraum auf Alptraum umgepolt.



Der Space Station Simulator 2.0 lässt sich weitestgehend mit Die Sims vergleichen. Nur das sich das virtuelle Leben nicht auf dem Erdboden abspielt, sondern an Bord der ISS tausende Kilometer weit im All. Einen großen Teil der Zeit verbringt der Spieler aber in der Kontrollstation der NASA, von wo aus die Astronauten an Bord der Raumstation mit allem Nötigen ausgestattet werden. Dort werden neue Astronauten rekrutiert, Erweiterungen oder Module für die ISS eingekauft und zu guter Letzt Objekte, die den Astronauten das Leben schöner machen: Sportgeräte, Kühlschränke - eben alles was dazugehört.

Die Sims im All?

Die Kontrollstation sorgt für materielles Wohlergehen der Astronauten, während diese sich an Bord der ISS um ganz andere Aufgaben kümmern müssen. Schließlich ist die Raumstation wie ein rohes Ei, schon der kleinste Fehler oder das kleinste Problem kann unabsehbare Folgen haben. Daher müssen die Männer und Frauen stets ein Auge auf alle technischen Gerätschaften und Werte haben, denn ohne Strom oder Sauerstoff gingen an Bord schnell die Lichter aus. So werden jedermann seine Aufgaben zugeteilt, die von Forschung bis hin zum Reparieren etlicher Gerätschaften an Bord der ISS reichen.

 

In der Kontrollstation werden neue Astronauten (-innen) rekrutiert


Aber, Astronauten sind auch nur Menschen. Und wie wir spätestens seit Die Sims wissen haben Menschen gewisse Bedürfnisse außerhalb von Kühlschrank und Toilette, die erfüllt werden müssen. Auch Astronauten im All verspüren das Bedürfnis nach Konversation, Erholung und Ruhe. Da reicht nicht nur etwas Sport zwischendurch, die Damen und Herren müssen immer wieder Ruhepausen machen um nicht zu übermüden und Fehler zu machen; Kommunikation ist ebenfalls wichtig. So muss der Spieler als Commander nicht nur auf den Zustand der Raumstation, sondern auch auf den seiner Astronauten achten.

Kommunikation gestört!

Bis dato klingt der Space Station Simulator 2.0 nach einer entspannten Lebenssimulation im All, doch die Mechanik der Simulation macht einen Strich durch die Rechnung. Denn die ist so kompliziert und unhandlich, dass einem trotz Astronautenhelm die Haare zu Berge stehen. Um Unfälle auszuschließen muss sich der Spieler immer wieder vergewissern, dass alle Gerätschaften an Bord der ISS rund laufen und die Werte im grünen Bereich liegen. Dafür öffnet sich immer wieder neue Fenster auf dem Monitor, die umständlich wieder geschlossen werden müssen - wenn sie sich überhaupt schließen lassen.

 

Die Astronauten gehen an Bord der ISS ihrem Tagewerk nach


Während der Spielstunden im All schweben die Astronauten schwerelos durch die ISS, Befehle müssen ihnen direkt zugeteilt werden. Doch dafür lassen sich die Charaktere nicht anklicken - Warum einfach wenn es auch kompliziert geht? Zu aller erst muss das Konterfei des entsprechenden Astronauten herausgesucht und ihn anwählen. Befehle nimmt er nun aber immer noch nicht entgegen, dafür muss der Spieler nun als nächstes das Objekt anwählen, mit dem eine Interaktion möglich ist. So dauert es einige Minuten bis die Aufgaben an Bord der ISS verteilt sind - doch der Erfolg stellt sich nicht zwangsläufig ein. Denn immer wieder kommt es vor, dass die Astronauten Befehle verweigern...

Hin und her und wieder zurück

So gestaltet sich der Space Station Simulator 2.0 im All recht unübersichtlich und zickig, doch der Spieler verbringt ja nicht die gesamte Zeit in der Schwerelosigkeit. Immer wieder geht's zurück in die Kontrollstation auf Mutter Erde, und wenig später schon wieder zurück an Bord der ISS. Zu den begriffsstutzigen Astronauten im All gesellt sich auf der Erde eine umständliche Menüstruktur mit einer ebenso umständlichen Handhabung. So ist die angenehmste Zeit genau die, die man auf der Reise von der Erde ins All und umgekehrt verbringt - denn hier muss man sich ausnahmsweise mit nichts und niemandem herumärgern.

 

Auf der Erde wird alles Nötige für die ISS beschafft


Man sollte doch meinen die NASA wäre, zumindest was die Raumfahrt angeht, technisch auf dem neusten Stand. Mag auch sein, technisch ist dies im Space Station Simulator 2.0 auf jeden Fall nicht so. Polygone fehlen im All und auf der Erde an allen Ecken und Enden und die virtuellen Tapeten lassen auch zu wünschen übrig. Das gesamte Spiel wirkt trist und schmucklos. Akustisch ist trotz der Flughöhe von mehreren tausend Kilometern über der Erde kein Höhenflug zu erwarten. Das Drumherum hält sich stark bedeckt, die deutsche Vertonung klingt gelangweilt. Außerdem würfelt der Space Station Simulator 2.0 immer wieder unfreiwillig komische Dialoge zusammen - der einzige Spaßfaktor im Spiel.

Fazit:
Ich habe zwar schon damals nicht davon geträumt als Astronaut um die Erde zu kreisen und durch die Schwerelosigkeit zu treiben - doch nach dem Space Station Simulator 2.0 habe ich erst recht keine Lust auf einen Aufenthalt im All. Die Idee ist nett - warum sollte das Prinzip der Sims an Bord der ISS nicht funktionieren? Ganz einfach, weil die Mechanik der Idee einen dicken fetten Strich durch die Rechnung macht. Die Handhabung - nicht nur die der Astronauten, sondern generell - ist dermaßen umständlich, dass man den Astronauten am liebsten den Sauerstoff abdrehen möchte. Und wenn die Männern und Frauen dann nach Minuten der Aufgabenverteilung diese einfach übergehen möchte man die ISS am liebsten in das nächste schwarze Loch treiben lassen. Ihr träumt von einem Aufenthalt im All? Mit dem Space Station Simulator 2.0 gibt es ein böses Erwachen...

 

Drucken | review | 29.03.2009, 19:14 | Tim Ahlert
  
Infoleiste

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 März 2009
Plattform
 PC
Kategorie/Genre
 Simulation


Tops & Flops
mit der NASA entwickelt
eigene Gestaltung der ISS
schreckliche Handhabung
technisch veraltet
Befehlsverweigerung
umständliche Menüstrukturen

System-Vorraussetzungen
Minimal
1 GHZ Pentium / Athlon
256 MB RAM
64 MB Grafikkarte
700 MB Festplattenspeicher

Optimal
3 GHZ Pentium / Athlon
1024 MB RAM
256 MB Grafikkarte
700 MB Festplattenspeicher

Bewertungen
Grafik
45%
Sound
35%
Steuerung
30%
Spieldesign
45%
Umfang
45%
Gesamtwertung: 40%

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