World in Conflict spielt zu Zeiten des Kalten Krieges, als die amerikanischen und russischen Streitkräfte ihre Waffenstärke ins schier Unendliche steigern und sich beide Parteien an der Berliner Mauer Auge in Auge gegenüberstehen. Im Hauptspiel erlebte der Spieler die Ereignisse aus Sicht der amerikanischen Einheiten, die sich plötzlich umzingelt von feindlichen Einheiten wieder finden. Die Russen scheinen zum großen Gegenschlag auszuholen und stehen kurz davor den Kalten Krieg für sich zu entscheiden - was es natürlich zu verhindern galt. In World in Conflict: Soviet Assault erlebt der Spieler die Handlung nun aus der Sicht der sowjetischen Einheiten.

World in Conflict: Soviet Assault eröffnet keinen neuen Handlungsstrang, stattdessen werden durch die Erweiterung hinzugefügten sowjetischen Missionen in die Handlung des Hauptspiels eingeflochten. Insgesamt bietet World in Conflict: Soviet Assault sechs neue Missionen, die die Kriegshandlung aus der Sicht der sowjetischen Truppen wiedergeben. Daher lässt sich die Erweiterung auch nicht ohne das Hauptprogramm spielen. Wer dies nicht besitzt kann direkt zur World in Conflict: Complete Edition greifen, diese beinhaltet World in Conflict sowie World in Conflict: Soviet Assault.
| Sowjetische Kriegsführung |
World in Conflict: Soviet Assault und Massive Entertainment wurden beinahe ein Opfer des Zusammenschlusses von Activision und Vivendi Games. Trotz des großen Erfolges von World in Conflict ließ Activision Lizenz und Entwickler fallen - dabei wurde die Konsolen-Version des Strategie-Spiels eingebüßt. Dann nahm Ubisoft sich der Lizenz und des Entwicklers an um die wartenden Strategen doch noch mit dem sowjetischen Missions- und Kartennachschub zu versorgen. Der geringe Umfang von sechs neuen Missionen lässt eine zu kurz geratene Erweiterung vermuten, doch in Verbindung mit der Kampagne des Hauptspiels funktioniert World in Conflict: Soviet Assault sehr gut.
| |
 |
|
Sowjets und alliierte Truppen stehen sich gegenüber
|
Über eine mangelnde Missionsvielfalt kann man sich trotz des geringen Umfangs von World in Conflict: Soviet Assault nicht beklagen. Das Hauptziel ist es natürlich, die amerikanischen Truppen zurück zu drängen, etwa bei dem Sturm auf das virtuelle West-Berlin, bei dem es die sowjetischen Truppen mit besonders starkem alliierten Widerstand zu tun bekommen. Ansonsten gilt es amerikanische Stellungen zu zerstören und einzunehmen, Angriffe der alliierten Truppen abzuwehren und den Gegner mit allen Mitteln zurückzudrängen. Über Langeweile kann man sich während der sechs neue Missionen ebenso wenig beklagen.
World in Conflict erarbeitete sich schnell den ruf, der Actionheld unter den Strategen zu sein - und das nicht ohne Grund. In Sachen Gameplay hat Entwickler Massive Entertainment keinerlei Änderungen vorgenommen - warum schließlich auch? In World in Conflict: Soviet Assault geht es gewohnt actionreich und schnell zur Sache, ruhige Momente und Verschnaufpausen gibt es in dem Strategie-Spiel selten. Gleich geblieben ist auch die actionorientierte Steuerung, die bei World in Conflict bei einigen Strategen für Einarbeitungszeit sorgte. Aber für World in Conflict: Soviet Assault gilt das gleiche wie für das Hauptprogramm: Ist die Steuerung verinnerlicht geht sie gut von der Hand.
| |
 |
|
Nicht immer kommt alles Gute von Oben...
|
World in Conflict schaffte es anno 2007 durch hochwertige Zwischensequenzen den Spieler in die atmosphärische Handlung hinzuziehen. World in Conflict: Soviet Assault birgt dank der neuen Ausrichtung neue Charaktere, deren Geschichte in zehn neuen Sequenzen dargelegt wird. Es geht um den KGB-Offizier Lebedjew, den Oberst Orlowski und den Hauptmann Malechenko. Dabei geht das gezeigte über die typischen Kriegstreiber-Sequenzen hinaus, World in Conflict: Soviet Assault setzt sich auch mit den Problemen der Zivilbevölkerung während des Krieges auseinander.
Die Erweiterung richtet sich Hauptsächlich an Einzelstrategen. Gesamt gesehen stimmt das Preisleistungsverhältnis was World in Conflict: Soviet Assault angeht, doch Mehrspieler kommen viel zu kurz. Einzige Neuerung für sie sind zehn neue Karten, auf denen man sich gegenseitig die Hölle heiß machen kann - online als auch über Netzwerk. Wer also hofft, mit 15 Euro und World in Conflict: Soviet Assault den Mehrspieler-Modus des Strategie-Spiels zu erweitern, wird enttäuscht. Überdies bietet die Erweiterung auch in den Missionen der Kampagne keine neuen Möglichkeiten der Unterstützung oder Fahrzeuge.
| |
 |
|
Technisch ist World in Conflict: Soviet Assault noch immer eindrucksvoll
|
World in Conflict zeigte damals was auch grafisch mit einem Strategie-Spiel möglich war. Heute hat die Konkurrenz aufgeholt, doch World in Conflict: Soviet Assault braucht sich keinesfalls zu verstecken. Besonders die Karten sind den Entwicklern sehr gut gelungen und mit vielen realen Details gespickt. Wer also als sowjetischer Kriegstreiber in Berlin einfällt kann schon bald ein Sightseeing-Tour durch Reichstag, Brandenburger Tor und Siegessäule machen. Die musikalische Untermalung der Erweiterung passt sich dem hohen Standart des Hauptprogramms an, ebenso wie die Qualität der Sequenzen.
World in Conflict: Soviet Assault bietet gelungene Strategiekost, wenn auch nicht für alle World in Conflict Strategen. Wer sich vorzugsweise mit menschlichen Spielern online bekriegt wird vom Umfang der Erweiterung enttäuscht sein; bis auf ein paar neue Karten ist nichts dabei. Die Kampagne hingegen wird um sechs neue Missionen erweitert, die die sowjetische Sicht des Krieges aufzeigen. Unterstützt zehn neuen, hochwertigen Sequenzen. Einzelspieler-Strategen dürfen also zugreifen. Wer World in Conflict noch nicht sein Eigen nennt greift zur World in Conflict: Complete Edition, die für 30 Euro Hauptspiel und Erweiterung enthält.
Drucken | review | 02.04.2009, 10:45 |
Tim Ahlert