Vin Diesel ist ein Name, der - wenn es um Filme geht - nicht gerade für romantische Schnulzen oder leichte Abendunterhaltung steht. Nicht selten schaltet der kahlköpfige, bullige US-Amerikaner im Alleingang ganze Armeen aus oder rast durch die illegale Rennszene. Aber auch was Spiele angeht ist Vin Diesel kein unbeschriebenes Blatt, seinen ersten Auftritt hatte er in The Chronicles of Riddick: Escape from Butcher Bay, der zweite virtuelle Riddick-Einsatz folgt Ende dieses Monats - außerdem hat Diesel mit Tigon Games ein eigenes Entwicklerteam aus dem Boden gestampft. Besagtem Studio und Midway verdankt Vin Diesel eine weitere knallharte Actionrolle auf dem Monitor: Den Fluchtfahrer und CIA-Agenten Milo Burik.

In Barcelonas Untergrund ist die Hölle los. Verschiedene Gangs und Familien machen sich untereinander das Leben schwer, außerdem wichtige Paket in den Straßen der spanischen Metropole verloren gegangen. Das CIA möchte das Paket unbedingt an sich bringen. Begründung: Es ist halt wichtig! Also wird Milo Burik alias Vin Diesel als Fluchtfahrer in die kriminellen Kreise von Barcelona eingeschleust um dort Informationen über das gewünschte Paket zu sammeln und es natürlich auch aufzutreiben. Doch Milo steht schon bald vor der Frage, welcher Seite er bei seinem gefährlichen Job überhaupt noch vertrauen kann.
| Mittendrin im Popcornkino |
Viel mehr Informationen über die Hintergründe von Wheelman braucht man eigentlich auch nicht, das Spiel versucht erst gar nicht eine spannende Handlung zu stricken. Im Fokus des Spiels steht natürlich (wie sollte es bei Vin Diesel auch anders sein) Action - und das nicht zu knapp. Motorisiert macht der CIA-Agent undercover die Straßen von Barcelona unsicher, per Pedes gilt es bleihaltige Aufgaben zu erfüllen - typisches Vin Diesel Popcornkino eben. Dabei bewegt sich der Spieler völlig frei durch die spanische Metropole und kann nach Gutdünken alles tun und lassen wie es ihm beliebt. Aber genau das ist das Problem: Für ein Open-World Spiel gibt es in Wheelman neben Story- und Nebenmissionen so gut wie nichts zu tun - keine Spur von den vielen Freiheiten eines GTA IV.
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Milo Burik ist ein exaktes Ebenbild von Vin Diesel
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Der Name des Spiels verrät es schon: Den größten Teil der Zeit verbringt man hinter den Steuerapparaturen unterschiedlicher Vehikel - von wendigen Rollern über Klein- und Sportwagen bis hin zu klobigen LKW. Die Missionen mischen aber meist Action hinter dem Lenkrad und zu Fuß. So muss Milo einen kleinkriminellen Fisch aus den Fängen einer feindlichen Gang befreien. Dafür geht's mit dem Wagen unter Zeitdruck zum Zielort, der auf der Minimap markiert ist. Taktisch klug wird der Wagen vor dem Gebäude geparkt um später möglichst schnell wieder verschwinden zu können. Dann macht sich Milo mit gezogener Wumme auf den Weg zu seinem Date.
Mit gezogener Waffe geht's aus der Verfolgerperspektive in den Hinterhof und schon nach wenigen Metern steht Milo zwei Widersachern gegenüber - beide bewaffnet. Auf Knopfdruck zoomt die Kamera nun direkt hinter der rechte Schulter von Milo, er streckt den Waffenarm aus und ein Fadenkreuz erleichtert das Zielen. So schießt sich Milo durch die dümmlich-feindlichen Linien, bis er schließlich seine Zielperson gefunden hat. Der Kleinkriminelle soll lebendig und an einem Stück beim Auftraggeber abgeliefert werden, also macht Milo sich mit quietschenden Reifen auf den Weg Richtung Ziel. Doch was so ein richtiger Widersacher ist gibt deshalb natürlich noch nicht auf.
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Gezielt wird durch den Blick über die virtuelle Schulter
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Nach wenigen Metern tauche im Rückspiegel erste Feindfahrzeuge auf, die Milo nicht nur rammen, sondern auch auf ihn feuern. Aber Vin Diesel wäre nicht Milo Burik wenn dieser sich nicht zu helfen wüsste. Durch schnelles Fahren lädt sich eine Adrenalin-Anzeige auf, die sinnvoll eingesetzt werden kann - etwa für einen Cyclone. Milo reißt das Lenkrad herum, macht eine 180 Grad Drehung und schaut seinen Feinden entgegen - und dabei zieht er noch seine Waffe. Das Spiel markiert nun relevante Punkte an den Feindfahrzeugen, etwa Tank oder Reifen. Werden diese Punkte getroffen werden die Feinde eindrucksvoll explosiv in ihre Einzelteile zerlegt. Außerdem lassen sich die Gegner durch schnelle Lenkbewegungen effektiv rammen.
Drucken | review | 08.04.2009, 18:57 |
Tim Ahlert