Der menschliche Körper ist ein kompliziertes Gebilde mit einem leistungsfähigeren und flexibleren Prozessor ausgestattet – flexibler als es eine Maschine jemals sein wird. Das Gehirn bietet diverse Vorzüge, etwa den lebenslangen Lernprozess. In den Kinderjahren besonders effektiv lässt die tägliche Aneignung neuer Informationen in den Folgejahren etwas nach, kommt aber niemals zum Erliegen. In mancherlei Hinsicht scheint dieser menschliche Vorzug aber nicht zu funktionieren – aktuellstes Beispiel dafür ist die Militär-Simulation ARMA 2. Entwickler Bohemia Interactive hätte aus den Fehlern des Vorgängers lernen sollen – wobei die Betonung ganz klar auf dem Wörtchen "sollen" liegt.

In der post-sowjetischen Republik Chernarus tobt ein Bürgerkrieg und das United States Marine Corps schickt eine Spezialeinheit um sich ein Bild von den Ausmaßen machen zu können. Das Team Razor zählt zu den Ersten im Kampf, gefangen in einem Bürgerkrieg in dem es nicht nur darum geht, die Kontrolle über die Republik zu gewinnen. Mit widerstreitenden Bürgerkriegsfraktionen, der US-Marine im Süden und Russland, das vom Norden aus misstrauisch die Vorgänge beobachtet, könnte die Herausforderung für das Team Razor nicht größer, nicht kritischer sein. Denn das Schicksal von Chernarus und das der Bevölkerung steht aus des Messers Schneide.
| Vom Soldat zum Kommandanten |
Das Gameplay der ganz klar auf Realismus gemünzten Militär-Simulation verändert sich im Laufe des Spiels. Zu Beginn steht der Spieler als Streiter mit Maschinengewehr im Anschlag in den weiten Tälern der Republik, gegen Ende finden die Auseinandersetzungen zum großen Teil auf der Strategie-Karte statt, wo es darum geht Einheiten zu navigieren und Basen aus dem Boden zu stampfen. Der Spieler hat aber auch dann immer die Möglichkeit in das Spielgeschehen mit einzusteigen um selbst einen Panzer, Helikopter oder Jet durch das Krisengebiet zu lenken und die eigenen Truppen zu unterstützen.
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Das Razor Team macht sich auf den Weg durch Chernarus
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Auch in Sachen Steuerung setzt ARMA 2 auf Realismus und dementsprechend gibt es massig Funktionen und Bewegungen die auf der Tastatur untergebracht werden wollen. So verteilt sich die gesamte Navigation auf eine Breite von 46 Zentimeter und 104 Tasten (Vorsicht: Übertreibung!). ARMA-Neulinge werden entsprechend in Schwulitäten kommen bis sie die gesamte Handhabung verinnerlicht haben – ARMA-Veteranen fühlen sich sofort heimisch. Insgesamt ist die Steuerung aber recht schwerfällig: Charakter-Navigation und Fahrzeug-Navigation reagieren plump, die Team-Handhabung inklusive Befehlsketten ist kompliziert.
Da Chernarus Frieden und Freiheit braucht kämpft sich der Spieler mit seinem Team nach und nach durch die gesamte Republik und erfüllt allerlei strategisch wichtige Aufträge. Geiseln wollen befreit werden, Funkstationen gesprengt und die Rebellen zurückgedrängt werden – bis der Bürgerkrieg schließlich beendet ist und Amerika einem weiteren Land die Demokratie beigebracht hat. Spieler folgen dabei nicht zwingend einem vorgegebenen Storyverlauf, aktive Missionen können nach Belieben abgearbeitet werden. Sofern nicht ein Mitglied des Razor Teams das Zeitliche segnet, denn in dem Fall gilt die Mission als gescheitert. Flugmissionen gibt es in der Kampagne übrigens nicht.
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Gefechte aus der Deckung heraus sind effektiv - und weniger tödlich
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Wer den Feind aus der Luft bekämpfen möchte muss sich der vorgegebenen Einzelspieler-Missionen bedienen; hier darf der Spieler auch einen Jet oder Helikopter steuern. Die Einzelspieler-Missionen verfügen jeweils über eine eigenen, in sich geschlossenen Handlung – mit dem Storyverlauf der Kampagne haben sie nichts gemein oder zu tun. Insgesamt sieben der Einzelspieler-Missionen – auch Szenarien genannt – gibt es. Im Gegensatz zur Kampagne dürfen Spieler außerdem in die Rollen aller vertretenen Fraktionen schlüpfen und so auf Wunsch auch die amerikanischen Truppen zum Teufel jagen.
Drucken | review | 02.06.2009, 23:59 |
Tim Ahlert