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Necrovision

Erster Weltkrieg. Weit hinter den feindlichen Linien kämpft Simon Bukner, ein amerikanischer Soldat, der sich den Alliierten im Kampf gegen das deutsche Reich angeschlossen hat, ums Überleben. Er erfährt bald das Grauen des Krieges aus erster Hand. Doch schon bald realisiert er, dass ein viel größerer und epischerer Krieg unterhalb der Erdoberfläche tobt. Seltsame Kreaturen tauchen auf den Schlechtfeldern auf, Vampire und Dämonen löschen alles Leben aus, das nicht schon an der Front beendet wurde. Typisch amerikanisch beschließt Bukner heldenmütig dem Treiben ein Ende zu setzen - und nebenbei die Welt zu retten.



Erinnert sich noch jemand an das schnelle Action-Spektakel Painkiller? Wer den Ego-Shooter kennt wird nach den ersten Minuten Necrovision schnell an das polnische Actionspiel denken - und das auch zurecht. Denn Necrovision ist wie Painkiller ein gradliniger Ego-Shooter der alten Schule - gradliniger geht es eigentlich schon gar nicht mehr. Irgendwelche spielerischen Freiheiten? Gibt es nicht. Alternative Wege? Gibt es nicht. Die Schlachten gegen das deutsche Reich und die Höllenkreaturen werden in Schlauch-Levels ausgefochten - dafür sind sie herrlich schnell und randvoll mit Action. Ach übrigens: Einige der Entwickler waren auch an Painkiller beteiligt.

Krieg ist schnell

Entsprechend des ersten Weltkrieges stürzt sich der Spieler mit zeitgerechter Bewaffnung (15 Waffen) ist Gefecht. Mit verschiedenen Pistolen, Gewehren, Maschinengewehren oder Schrotflinten geht auf die Deutschen- und Dämonenjagd. Im Nahkampf kann Bukner außerdem um sich treten, mit der Waffe schlagen oder dem Bajonett pieksen. Gegen Mitte von Necrovision bekommt Bukner eine besonders starke Waffe: die Nekromanten-Klaue. Sie ist eine besonders starke Allround-Waffe dank Klauen im Nahkampf und Feuerbällen im Fernkampf. Wer braucht da noch den herkömmlichen, auch dual nutzbaren Feuerwaffenfirlefanz.

 

Im ersten Weltkrieg geht es gegen das deutsche Reich in die Schlacht


Das Gameplay von Necrovision strotzt nicht gerade vor sprühenden Ideen und Abwechselung. Im Grunde ist es stets das gleiche: Zwölf Missionen lang kämpft sich Bukner seinen Weg von den Schützengräben bis hin in die ewigen Feuer der Hölle, immer mit großkalibrigen Argumenten im Anschlag - oder eben der Nekromanten-Klaue. Taktisch geht es dabei nicht zu - besonders schlau sind auch weder die deutschen noch die höllischen Widersacher. Dabei gibt es aber ein paar auflockernde Extras: Durch Nahkämpfe samt Combos und Kopfschüssen kann ein Rage-Modus aktiviert werden, der das Spielgeschehen fortan in Zeitlupe laufen lässt.

Von Mechs und Drachen

Neben den standarisierten deutschen und höllischen Gegnern gilt es auch immer wieder Bosskämpfe zu überstehen, die im Vergleich zu den üblichen Scharmützeln fordernder ausgefallen sind. Die deutsche Version von Necrovision wurden übrigens in Sachen Gewaltdarstellung angepasst um veröffentlicht zu werden: Keine Gliedmaßen wirbeln umher und tote Widersacher verpuffen bevor sie auf den Boden fallen. Wenn die Kürzungen der deutschen Version auch etwas drastisch ausgefallen sind ändert das nichts an dem schnellen Gameplay, das Necrovision zum Besten gibt.

 

Die Nekromanten-Klaue ist eine mächtige Waffe


Um doch ein wenig Abwechselung in den Alltag von Simon Bukner zu bringen haben sich die Entwickler von The Farm 51 ein paar kleine Erweiterungen in Sachen Gameplay ersonnen. Ab und an darf der Spieler mit einem feuerstarken Mech durch die düsteren Levels stolpern oder in der Haut eines Drachen in einer Mission umhersegeln. Besagte Flugmission ist allerdings umfangreich ausgefallen - zu umfangreich. Der Fokus liegt aber auf den Gefechten Mann gegen Mann/Dämon/Vampir. Besonders zum Ende hin kommt es immer wieder zu unübersichtlichen Nahkämpfen, in die sich Simon Bukner stürzen muss.

Auf an die Mehrspieler-Front!

Wer nicht nur an der Kampagnen-Front von Necrovision kämpfen möchte kann sich auch im Mehrspieler-Part des Ego-Shooters versuchen. Hierfür stehen insgesamt vier Modi bereit: Deathmatch, Team Deathmatch, Bis zum letzten Mann (Last Man Standing) und Artefakt (Capture the Flag) erobern. Bei den Spielmodi handelt es sich um alte Bekannte, die polnischen Entwickler setzen diesbezüglich auf Bewährtes anstatt etwas Neues zu schaffen. Was allerdings keinesfalls negativ ist, da der Mehrspieler-Part ebenso schnell ist wie die Kampagne. Wahlweise lassen sich die Gefechte über das Internet oder Netzwerk austragen.

 

Der Spieler schlüpft auch in die Haut eines Drachen


Viele der Entwickler sammelten Erfahrungen mit der Painkiller Engine, und so verwundert es nicht dass auch Necrovision auf das technische Grundgerüst setzt - entsprechend angepasst natürlich. So sind die Umgebungen hübsch in Szene gesetzt, ebenso Effekte wie Explosionen oder Bewegungsunschärfe, auf die die Entwickler verstärkt setzen. Manch eine Textur lässt allerdings etwas zu wünschen übrig, ebenso wie ein großer Teil der Gegner. Untermalt wird das Kampfgeschehen von einem passenden Soundtrack, außerdem von einer kraftvollen Sound-Kulisse. Die Vertonung ist gelungen - bis auf die deutsch sprechenden Amerikaner mit Akzent. Grausam!

Fazit:
Necrovision ist genau das Spiel geworden nach dem es aussah - und das es auch werden wollte. Die Hintergrundgeschichte samt einiger Sequenzen geht größtenteils unter - und ist zudem etwas wirr erzählt. Egal, es geht um den Kampf Gut gegen Böse - wie immer halt. Und dieser Kampf ist schnell, gradlinig und voller Action. Necrovision ist ein Ego-Shooter der alten Schule ohne Schnörkel, ohne Extras, ohne Freiheiten oder alternative Wege. Simon Bukner folgt dem Level-Schlauch und macht alles platt, was nicht bei drei in der Hölle ist. Allzu lang hält man es dementsprechend an der Höllen-Front auch nicht aus, trotz Mech- und Drachenritt mangelt es dem Ego-Shooter an Abwechselung. Trotzdem, für schnelle, unkomplizierte Action ist Necrovision genau richtig.

 

Drucken | review | 30.06.2009, 20:15 | Tim Ahlert
  
Infoleiste

Hersteller
Vertrieb
Erscheinungstermin
 Juni 2009
Plattform
 PC
Kategorie/Genre
 Ego-Shooter


Tops & Flops
schnelle Action
tolle Soundkulisse
umfangreiches Waffenarsenal
Drachen- & Mech-Passagen
fordernde Bosskämpfe
wenig Abwechselung
zu wenig verschiedene Gegner
meist dumme Gegner-KI

System-Vorraussetzungen
Minimal
2,4 GHZ Pentium / Athlon
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
8 GB Festplattenspeicher

Optimal
Intel Core 2 Duo Prozessor
2048 MB RAM
256 MB Grafikkarte
8 GB Festplattenspeicher

Bewertungen
Grafik
80%
Sound
79%
Steuerung
73%
Atmosphäre
70%
Motivation
60%
Multiplayer
70%
Gesamtwertung: 72%