Für alle die die Transformers-Filme nicht gesehen haben ein kurzer Überblick: Die bösen Deceptions haben schon einmal versucht Herrscher über den Planeten Erde zu werden, doch die Autobots und die Menschen konnten das vereiteln. Nun sinnen die Deceptions auf Rache und versuchen erneut die Menschheit und die feindlichen Autobots zu besiegen. Die Handlung entspricht also der des ersten Films / Spiels, orientiert sich aber grob an der Geschichte des gleichnamigen zweiten Transformers-Films, der erst kürzlich mit Rekordeinnahmeergebnissen über die Kinoleinwände flimmerte.

Bevor die große Schlacht beginnen kann steht der Spieler aber vor der Entscheidung Autobot oder Deception. Transformers: Die Rache bietet zwei Kampagnen, in denen Spieler wahlweise für das Gute oder für das Böse ins Feld ziehen dürfen. Viel Unterschied im Spielgeschehen macht das allerdings nicht, da bei der knapp drei Stunden kurzen Kampagnen grob den gleichen Inhalt bieten. Hinzu gesellt sich ein Problem, dass das Design der Missionen selbst angeht. Denn die zu erfüllenden Aufgaben funktionieren fasst ausnahmslos nach Schema F: Zerstören, zerstören, zerstören!
Auf einer großen Kampagnen-Welt-Kugel werden die Missionen nach und nach freigegeben. Ist eine Aufgabe gewählt folgt als nächstes die Wahl des Transformers. Hier stehen die aus den Filmen bekannten Transformers bereit, die sich nicht nur per Pedes, sondern auch als Fahr- oder Flugzeug fortbewegen können. So ergeben sich theoretisch einige Möglichkeiten für den Kampf gegen die feindlichen Transformers, doch in der Praxis bleibt das Gameplay (im wahrsten Sinne des Wortes) recht bodenständig, das umfang- und abwechselungsreiche Kampfsystem kommt fast nicht zum Einsatz.
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Die Autobots treten erneut gegen die Deceptons an
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Bestes Beispiel dafür ist eine Mission in einer nächtlichen Innenstadt in Shanghai. Die Autobots werden gerufen, da Deceptions dort ihr Unwesen treiben. Der Spieler macht sich also auf den Weg und steht schon bald in den nächtlichen Straßen und feuert auf die Deceptions dass die Rohre nur so glühen. Die im Spiel integrierten Nahkampfangriffe oder Kombos bleiben Außen vor, ebenso wie der Einsatz der vier Räder in Autoform. Auch von den elf Talenten der Transformers, die nach und nach verbessert werden, werden viel zu wenige tatsächlich auch im Kampfgeschehen eingesetzt.
Hinzu kommt, dass die Gefechte nicht sonderlich fordernd sind. Ganz selten einmal feuern die Deceptions auf den eigenen Autobot, noch seltener greifen sie im Nahkampf an - ansonsten ist ihre Standarttaktik die Flucht. Von den Standart-Deceptions-Gegnern auseinander genommen zu werden ist so schon eine wahre Kunst - gleiches gilt aber auch für die Bossgegner. Die sehen zwar spektakulär aus, sind aber auch nicht wirklich todbringend. Sie schaffen es zumindest den eigenen Lebensbalken auf die Hälfte zu senken - seine Deceptions-Kollegen schaffen das nicht. Gleiches gilt natürlich auch für die Deceptions-Kampagne.
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Die Bossgegner sind spektakulär und riesig
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Frust kommt auf dem einzigen, viel zu leichten Schwierigkeitsgrad so zwar nicht auf, problematisch kann Transformers: Die Rache aber trotzdem werden. Nämlich dann, wenn das Actionspiel mit Mouse und Tastatur, und nicht mit einem Gamepad gespielt wird. Sind auf Letztgenanntem die Funktionen gut verteilt renkt man sich auf der Tastatur in regelmäßigen Abständen die Finger aus. Das erste Problem der Konsolen-Herkunft, und das zweite folgt sogleich. Wie bei so vielen Portierungen lässt sich auch in Transformers: Die Rache der Spielstand nicht nach eignem Ermessen sichern.
Wer innerhalb von sechs Stunden für das Gute und das Böse den Sieg errungen hat kann sich außerdem im Mehrspieler-Modus des Actionspiels austoben. Einen Netzwerk-Modus gibt es nicht, die Partien können nur über das Internet ausgetragen werden. Die fünf Spielmodi (Deathmatch, Team-Deathmatch, Einer wird stehen, Kontrollpunkte, Kampf um die Splitter) sind allesamt alte Bekannte. So bieten sie auf insgesamt fünf Karten auch ein paar Stunden bodenständigen Mehrspieler-Spaß, allzu lang kann man sich aber auch mit dem Mehrspieler-Modus von Transformers: Die Rache nicht auseinandersetzen.
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Die Explosionen sind hübsch, ebenso wie die Transformers
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Hübsch anzusehen ist das Actionspiel aber allemal. Die Roboter sind mit vielen Details in Szene gesetzt - vor allem die haushohen Bossgegner der Deceptions sind schick. Auch Effekte wie Feuer und Explosionen gefallen, ebenso die Kampfspuren, die in den zum großen Teil zerstörbaren, allerdings zu kleinen Arealen, zurück bleiben. Den Locations mangelt es zum größten Teil an Details, sie sehen meist oberflächlich aus. Akustisch gefällt Transformers: Die Rache durch eine kraftvolle Kampfakustik gepaart mit einer guten Soundkulisse. Weniger gut gefallen allerdings die deutschen Sprecher, zumal es sich bei ihnen auch nicht um die Filmstimmen handelt.
Transformers: Die Rache passt perfekt in die Klischeespalte der Filmumsetzungen. Wäre auf der Verpackung nicht groß das Transformers Logo abgebildet und das Spiel hätte pünktlich zum Filmstart in den Läden gestanden wäre es sang- und klanglos untergegangen. Technisch zwar ganz nett, aber spielerisch mit einigen Problemchen. Das Kampfsystem und das Talentsystem sind umfangreich und interessant - aber wirklich einsetzen braucht man beides nicht. Dafür ist der einzige Schwierigkeitsgrad zu leicht und die Widersacher sind zu seicht - auch die spektakulär großen Bossgegner. Wer die Transformers liebt wird auch Transformers: Die Rache mögen, für alle anderen ist es nur ein Mittelklasse-Actionspiel unter vielen.
Drucken | review | 19.07.2009, 10:18 |
Tim Ahlert