Während der Zweite Weltkrieg tobt liegt die britische Agentin Violette Summer in einem abgelegenen französischen Hospital. Sie liegt im Koma, geschüttelt von Fieberträumen. Sie durchlebt die vergangenen Monate ihres Lebens ein weiteres Mal: Einsätze für den Widerstand und gegen das deutsche Reich in Frankreich, Polen und im Feindesland, unerkannt hinter den feindlichen Linien. Hunderte brutal niedergestreckte Körper pflastern ihren Weg - einzig mit dem Ziel die kriegerischen Bemühungen des deutschen Reiches zu stören und zu sabotieren, den Zweiten Weltkrieg endlich zu beenden.

Aber wie kommt Violette Summer in das französische Hospital? Und vor allem warum? Es dauert ein wenig bis das Schleich-Actionspiel und die Geschichte in Fahrt kommen - ebenso wie es Jahre dauerte bis Velvet Assassin in diesem Jahr endlich in den Handel kam. Die Hamburger Replay Studios arbeiten an dem Spiel bereits seit Jahren - unter dem Titel Sabotage 1943. dtp entertainment nahm sich Violette, ließ das Spiel jedoch wieder fallen. US-Publisher Gamecock übernahm das Spiel und gab den Entwicklern erneut Zeit - und ging pleite. Unter Southpeak Games hat es Violette Summer nun endlich geschafft den Handel zu infiltrieren.
| Heimlich, still und leise |
Wir kennen das Spielprinzip von Sam Fisher und Splinter Cell: Heimlich, still und leise macht sich Violette Summer auf fünf Missionen zu meistern, die in mehrere Abschnitte unterteilt sind. Dabei geht es darum ungesehen zu agieren, Gegner leise auszuschalten und effektiv zu arbeiten. Hilfsmittel hat die britische Agentin allerdings so gut wie keine; meist zieht sie nur mit einem Messer bewaffnet in den Kampf. So muss sich der Spieler damit begnügen Deckung zu suchen und durch Türschlösser zu linsen um die Routen der deutschen Soldaten auszukundschaften. Dabei spielt die Dunkelheit eine gewichtige Rolle.
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Violette Summer kämpft hinter den feindlichen Linien
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Denn in dunklen Nischen, Ecken und Tunneln ist die britische Agentin für die Augen der deutschen Soldaten so gut wie unsichtbar. Sobald sich ein violetter Schleier um den Körper legt sehen die Gegner sie nicht. Die Dunkelheit muss der Spieler geschickt zu seinen Gunsten nutzen - und auch selbst für Dunkelheit sorgen. So hilft es immer die Augen nach Schaltkästen aufzuhalten, in denen der Strom bereichsweise ausgeschaltet wird. Seltsam ist allerdings dass die Gegner den Stromausfall einfach hinnehmen, keiner der deutschen Soldaten trottet zur Kontrolle am Stromkasten vorbei.
Im direkten Kampf ist Violette Summer so gut wie tot - was kann ein Messer auch schon gegen ein Maschinengewehr ausrichten? Klug eingesetzt eine ganze Menge! Im Schatten einer Kiste lauert der Spieler einer Wache auf, prägt sich ihren Weg ein und schlägt zu wenn die Situation günstig ist. Und das ist denkbar einfach: Der Spieler muss nur hinter den Gegner schleichen bis sich der Monitor rötlich färbt und dann die Angriffsaktion starten - den Rest erledigt Violette Summer von allein. Sie schneidet in surreal ausgeleuchteten Sequenzen den Soldaten die Kehle durch, schlägt sie nieder, reißt ihnen die Gasmasken vom Gesicht oder erschießt sie hinterrücks mit einer Kugel durch die Brust.
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In einer SS-Uniform geht es durch ein deutsches Gefängnis
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Im Verlauf der fünf Missionen stockt der Spieler das Waffenrepertoire der Agentin auf - und so hält sie bald nicht nur eine schallgedämpfte Pistole, sondern auch Schrotflinte, Maschinen- oder Scharfschützengewehr in Händen. Allerdings leidet Velvet Assassin unter ständiger Munitionsarmut - die Pistole fasst gerade einmal sieben Kugeln. Zwar lassen die getöteten Gegner ihre Bewaffnung fallen und haben Erste-Hilfe-Pakete bei sich, aber nur Letztere können aufgenommen werden. Die Entwickler wollen so unterbinden dass sich Violette ohne zu schleichen durch die Gegnermassen kämpft - was auch funktioniert. Trotzdem leidet der Realismus und das Spielgefühl etwas.
Drucken | review | 02.08.2009, 14:37 |
Tim Ahlert