Der Tod in Venetica zu sein, ist eine Berufung, erfüllt von einem Menschen aus Fleisch und Blut - ausgestattet mit besonderen, übernatürlichen Fähigkeiten, um die Aufgaben des Amtes bewältigen zu können. Regelmäßig wird ein neuer Tod vom "Corpus", einem geheimnisvollen Konzil, erwählt. Dieses Mal lag der Corpus mit seiner Wahl jedoch gründlich daneben: Der "neue" Tod, Victor, entpuppt sich als wahnsinniger Nekromant, der es schafft, sich mit zwielichtigen Tricks und dunklen Ritualen in einen übermächtigen Untoten zu verwandeln und so neben Unsterblichkeit auch nahezu unbeschränkte Allmacht zu gewinnen.

Da es dem gewählten Tod strengstens verboten ist, sich der Nekromantie Totenbeschwörung zu bedienen, widerruft das Gremium Victors Ernennung umgehend und setzt statt seiner unverzüglich einen neuen Tod ein. Der machtgierige Victor jedoch will seine Position nicht wieder aufgeben. Er bedient sich weiterhin der dunklen Künste, um zahlreiche finstere und mehr als gefährliche Kreaturen aus der Unterwelt um sich zu scharen. So gelingt es ihm, den neu berufenen Tod zu beseitigen und dessen Macht an sich zu reißen. Die Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Welt sind verheerend und - sollte sich Victor an der Macht halten können - in ihrer düsteren Konsequenz unumkehrbar.
Nur ein Mensch, der über die mächtigen Kräfte Victors verfügt, kann dessen Herrschaft noch abwenden. Scarlett, die Tochter des wahren Todes, ahnt nichts von ihrer Abstammung und den verborgenen Fähigkeiten, die in ihr schlummern. Durch einen brutalen Anschlag auf ihr Heimatdorf und durch den Verlust von Benedict, der Liebe ihres Lebens, wird sie mitten in eine Geschichte hineingerissen. Eine Geschichte, die sie nun selbst zu schreiben beginnt, in deren Verlauf sie ihre Fähigkeiten entfesselt, in der sie versucht, Benedict aus der Welt der Toten zu erretten und in der sie die Welt der Lebenden vor der Bedrohung durch Victor und seine Schergen beschützen muss.
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Die hübsche Scarlett ist die Tochter des Todes
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Drei Mal dürft ihr nun raten in wessen Rolle der Spieler in Venetica schlüpft. Die Wahl fällt nicht leicht: Bitterböser Obermotz oder sexy Weltenretterin? Schlussendlich trifft aber doch Venetica die Wahl und man muss mit Scarlett, der Tochter des Todes Vorlieb nehmen. Ihre Geschichte beginnt am Morgen nach dem Überfall auf ihr Heimatdorf - und einer ersten Begegnung mit ihrem Vater. Er offenbart ihr die Pläne von Victor und ihre Aufgabe: Nur sie kann die Welt vor dem drohenden Unheil bewahren, durch ihren Geist und die angeborenen Kräfte, die tief in ihr schlummern.
Scarlett hat aber keine Ahnung von Waffen, geschweige denn von ihrer Benutzung. Und so werden Spieler und Heldin gleichermaßen an das herangeführt, was das Rollenspiel von ihnen erwartet. Um Victor und seine Schergen zu besiegen braucht sie die Mondklinge, eine mystische Waffe, die nur aus Märchen und Erzählungen bekannt ist. Und so besteht die erste Mission darin in der Nähe des Dorfes die Klinge zu finden und damit die ersten Widersacher zu schlagen. Fortan führen die relevanten Aufgaben die Heldin aus dem verträumten Bergdorf ins entfernte Venedig, nach Afrika und ins Jenseits.
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Im Untergrund von Venedig tummelt sich allerlei großes Getier
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Dabei sind die Missionsziele - seien sie nun spielrelevant oder nicht - erfrischend abwechslungsreich. Aufgaben a la "Finde zehn Wolfsfelle" oder "Sammle fünf Gänseblümchen" gibt es nicht. Ein kleines Beispiel: In einer Mine muss Scarlett ein spezielles Erz finden. Sie kann nun im Schnelldurchgang durch die Stollen hetzen, das Objekt der Begierde mitnehmen und wieder verschwinden. Die Gänge sind aber voller Ungetier - und der letzte überlebende Schürfer bittet sie mit den Viechern aufzuräumen. Dafür gibt es nicht nur ein paar Goldstücke fürs Sparschwein sondern auch allerlei nützliche Erfahrungspunkte.
Drucken | review | 20.09.2009, 15:40 |
Tim Ahlert