In tiefschwarzer Nacht zieht ein Handelskahn seine Kreise auf dem offenen Ozean. Die Stimmung ist gereizt, ein glatzköpfiger Mann mit einem seltsamen Okkular über dem Auge starrt in die Weite. Plötzlich - wie aus heiterem Himmel - türmt sich eine riesige Welle auf und rast auf den Kahn zu. Der Mann reagiert sofort, schleudert einen Zauber in Richtung der Welle. Doch seine Kraft reicht nicht aus, die Welle rast weiter auf das Schiff zu. Mit wutverzerrtem Gesicht steht der Glatzkopf an der Rehling - und ist im nächsten Moment verschwunden. Nur eine Sekunde bricht die riesige Welle über dem kleinen Kahn zusammen.

Blitze zucken über den dunklen Himmel, Wolken ziehen rasend schnell vorbei, Regen prasselt vom Himmel. Am Strand liegt Treibgut verstreut: gebrochene Holzplanken, Segelfetzen, Muscheln, menschliche Umrisse. Ein Umriss hustet und prustet bis er schließlich - leicht wacklig - aufrecht im seichten Wasser steht. Er weiß nicht wer er ist, wo er ist und wie er überhaupt an den Strand der Insel gekommen ist. Weiter hinten entdeckt der Namenlose unter all den Wasserleichen eine noch lebende Frau - und zusammen machen sich die beiden auf die Suche nach Hilfe.
Risen ist das neuste Machwerk der Entwickler von Piranha Bytes, die in Sachen Rollenspiel bei Weitem keine Unbekannten sind. Kein Wunder, steht ihr Name doch unter allen drei bisher veröffentlichten Gothic Teilen. Doch mit Gothic 3 übernahm man sich, das ganze Spiel war einfach zu groß und zu komplex geplant und bei der Veröffentlichung fehlerhaft und unfertig. Ein großer Streit und ein Publisherwechsel folgten, Piranha Bytes gelobte Besserung. Und so kündigten die Entwickler zusammen mit Deep Silver ein bis dato noch namenloses, neues Rollenspiel an.
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Ein neues Abenteuer auf der Insel Faranga beginnt
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Man sah die bei Gothic 3 gemachten Fehler ein: Die Welt war viel zu groß, das gesamte Spiel zu komplex gedacht, Fehler und Ungereimtheiten häuften sich. So ist es nicht verwunderlich, dass die Insel, auf der das Geschehen von Risen angesiedelt ist, deutlich kleiner ist als die von Gothic gewohnten Universen - dafür viel atmosphärischer. Ohnehin erinnert das Spiel sehr stark an die Gothic Titel, allerlei wichtige Elemente und nicht zuletzt der Spielfluss selbst erinnern Gothic Veteranen von der ersten Sekunde an, an die unrühmlich beendete Trilogie.
Der Namenlose hat sich einen denkbar schlechten Zeitpunkt ausgesucht um auf Faranga sich selbst wiederzufinden, denn seltsame Mächte sind dort am Werke. An vielen Stellen der Insel sind über Nacht mächtige Ruinen aus dem Boden gewachsen, denen allerlei Monster und böswillige Kreaturen entströmen und die Bevölkerung abschlachten. Daher hat der einäugige Inquisitor die Kontrolle über die Insel übernommen und die Bevölkerung in die Städte treiben lassen - zur Sicherheit natürlich. Sein Gegenspieler ist Don Esteban, ein mächtiger Mann aus der Hafenstadt. Er hat sich in eine Ruine in die düsteren Sümpfe von Faranga zurückgezogen.
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Der Spieler trifft auf allerlei verschlagene Charaktere
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Der Namenlose ist neu auf der Insel und läuft frei herum - und wer frei herumläuft wird von den Tempelrittern des Inquisitors einkassiert und zur Kampfesausbildung in die Vulkanfestung verfrachtet. Alternativ steht ein Werdegang bei seinem Gegenpart Don Esteban auf dem Programm. Der Spieler muss sich nicht sofort entscheiden, er kann vorerst ein wenig über Faranga streifen. Dabei wird er von allen Seiten umworben - bis er sich schließlich für den Kampf einer Partei entschlossen hat. Und die Wahl beeinflusst natürlich den Rest des Spiels - ebenso wie viele Gespräche mit Bewohnern der Insel.
Drucken | review | 15.10.2009, 20:23 |
Tim Ahlert